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Vortrag: mapmap.js - Ein kartographisches API für interaktive thematische Karten

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Beim Programmieren von Web-Karten bewegt man sich derzeit zwischen zwei Polen: entweder mittels "Slippy Map" APIs wie z.B. Leaflet eine Hintergrundkarte aus Bildkacheln laden, oder mittels low-level Visualisierungswerkzeugen wie D3.js komplett dynamische, vektorbasierte Karten und Diagrammdarstellungen im Browser erstellen. Im ersten Fall sind der Interaktion mit den Karteninhalten Grenzen gesetzt, da nicht alle Karteninhalte als geometrische Objekte verfügbar sind, im zweiten Fall ist selbst für vergleichsweise einfache Kartendarstellungen umfangreicher und komplexerer Code notwendig.
Das an der TU Wien entwickelte API mapmap.js versucht den kartographischen Visualisierungsprozess in seiner Gesamtheit in einem high-level JavaScript API abzubilden, wobei jeder Teilaspekt zunächst „einfach funktioniert“, aber bei Bedarf im Detail an die Notwendigkeiten der jeweiligen Anwendung angepasst werden kann. Die kartographische Visualisierungspipeline – vom Laden und Zusammenführen von Daten, Metadaten und Geometrie, über Projektion, Geometriemodifikation und Generalisierung, dem Zuweisen graphischer Repräsentationen und visueller Attribute bis zur Spezifikation von User-Interaktion – ist dabei im API abgebildet und erlaubt die Erstellung von interaktiven Karten mit etablierten Techniken in wenigen Zeilen, aber auch die Anpassung jeden Schrittes der Visualisierungspipeline im Detail und somit die Entwicklung völlig neuer kartographischer und hybrider Visualisierungstechniken. Dabei werden komplexe technische Details vom API abstrahiert, um im Code den kartographischen Prozess klarer werden zu lassen – Beispielsweise wird das asynchrone Laden von mehreren Ressourcen mittels Promises so implementiert, das ein sequentieller Programmierstil ohne Callbacks angewendet werden kann, oder per MapReduce-Modell das Filtern und Zusammenführen von Geometrie und Daten in modularer Weise unterstützt.
Einige Case Studies zeigen den Einsatz von mapmap.js in der Praxis, u.a. im kürzlich veröffentlichten „genderATlas“ für Österreich, und runden den Vortrag ab.

Der Vortrag stellt eine vom Renderer unabhängige Methode zur Latinisierung von OSM-basierten Karten vor. Als Datenquelle dient, wenn möglich, OSM selbst. Alternativ wird Transkription verwendet, die jedoch viele Schriftsystem-abhängige Probleme birgt, für die teilweise Lösungen aufgezeigt werden. Ferner wird auf politische Probleme bei der Lokalisierung von Karten eingegangen.

Info

Tag: 05.07.2016
Anfang: 14:30 Uhr
Dauer: 00:30
Raum: Grüner HS
Track: Freie Software

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